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Amnesty International Gruppe Miesbach (1431)

Impressum

Gruppe Miesbach (1431)

BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN

Aktion des Monats April 2026



China: Yu Wensheng

Der bekannte Menschenrechtsanwalt Yu Wensheng (余文生) und seine Frau, die Aktivistin Xu Yan (徐艳), wurden am 29. Oktober 2024 im chinesischen Suzhou wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" schuldig gesprochen und zu Gefängnisstrafen verurteilt: Yu Wensheng zu drei Jahren und Xu Yan zu einem Jahr und neun Monaten. Am 13. April 2023 war das Ehepaar auf dem Weg zu einem Treffen mit einer EU-Delegation in Peking festgenommen und inhaftiert worden. Zunächst wurde ihnen "Provokation von Streit und Sabotage der gesellschaftlichen Ordnung" zur Last gelegt, im Oktober 2023 wurden sie dann wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" angeklagt. Am 6. Januar 2025 wies das Mittlere Volksgericht in Souzhou die Rechtsmittel gegen die dreijährige Haftstrafe von Yu Wensheng ab. Xu Yan wurde nach Verbüßung ihrer Haftstrafe am 13. Januar 2025 freigelassen.

Beide wurden lediglich wegen der Wahrnehmung ihrer Menschenrechte inhaftiert, und ihre Haftbedingungen waren immer schlecht. Zeitweise wurden Yu Wensheng und Xu Yan in das Suzhou-Gefängnis in der Provinz Jiangsu verlegt – fast 1.000 Kilometer von ihrem Zuhause in Peking entfernt. Seit der Inhaftierung des Ehepaars hat sich die psychische Gesundheit ihres Sohns massiv verschlechtert, er leidet unter Depressionen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den zuständigen Staatsanwalt und fordern Sie ihn auf, dafür zu sorgen, dass Yu Wensheng umgehend und bedingungslos freigelassen wird, da er nur deshalb inhaftiert ist, weil er friedlich sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrge-nommen hat. Bitten Sie ihn sicherzustellen, dass Yu Wensheng bis zu seiner Freilassung weder gefoltert noch auf andere Weise misshandelt wird, dass er angemessen medizinisch versorgt wird und von Familienangehörigen besucht werden darf. Außerdem muss sichergestellt werden, dass alle Menschenrechtsverteidiger*innen in China geschützt werden und ohne Furcht vor Repressalien mit Diplomat*innen und den UN-Menschenrechtsmechanismen interagieren können.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Chief Prosecutor Li Jun
Suzhou City People's Procuratorate
No. 388 Jiefang East Road
Gusu District, Suzhou City, Jiangsu Province, 215000
CHINA

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Volksrepublik China
S.  E. Herrn Hongbo Deng
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin

E-Mail: presse.botschaftchina@gmail.com, de@mofcom.gov.cn oder berlin@csm.mfa.gov.cn
Fax: 030 – 27 58 82 21



Taiwan: Chiou Ho-shun

Chiou Ho-shun sitzt seit 1989 in der Todeszelle. Ihm werden gemeinsam mit weiteren Personen ein Mord und eine Entführung zur Last gelegt. Nach seinen Angaben, die durch jahrelange Ermittlungen von verschiedenen Seiten bestätigt wurden, quälte man ihn mit Elektroschocks, verband ihm die Augen, fesselte ihn und zwang ihn, auf Eis zu sitzen. Außerdem schlug man ihn während der Haft und des Verhörs mehrfach und goss ihm mit Pfeffer vermischtes Wasser in Mund und Nase. Die Staatsanwaltschaft verwendete die "Geständnisse" von Chiou Ho-shun und seinen Mitangeklagten als Nachweis für ihre Schuld, obwohl vor Gericht nie konkrete Beweise vorgelegt wurden, die Chiou Ho-shun mit den Verbrechen in Verbindung brachten.

Die Strafverfahren waren so fehlerhaft, dass der Oberste Gerichtshof Taiwans elfmal eine Wiederaufnahme des Verfahrens anordnete. Dennoch bestätigte er 2011 erneut das Todesurteil gegen Chiou Ho-shun. Chiou Ho-shun erklärte daraufhin, er verstehe nicht, "warum der Richter nicht den Mut hatte, das Urteil 'nicht schuldig' zu verkünden, wenn ich niemanden getötet habe".

Auch 38 Jahre nach seiner ersten Verurteilung befindet sich Chiou Ho-shun immer noch in der Todeszelle. Seine Mutter und drei seiner Geschwister sind inzwischen gestorben. Er hat nur noch eine Schwester, mit der er in Kontakt ist.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten und bitten Sie ihn, Chiou Ho-shun zu begnadigen, damit er nach 37 Jahren im Todestrakt aus der Haft entlassen wird.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:
President Lai Ching-te (邱和順)
Office of the President No. 122
Sec. 1, Chongqing S. Rd.
Zhongzheng District Taipei City 100006
TAIWAN

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Taipei-Vertretung
Herrn Dr. Klement Ruey-Sheng GU
Markgrafenstrasse 35, 10117 Berlin

E-Mail: deu@mofa.gov.tw / Fax: 030 – 20 36 11 01

Bitte schreiben Sie auch Postkarten, Briefe oder schicken Sie Fotos an Chiou Ho-shun mit den folgenden aufmunternden Worten auf English und Chinesisch:
"You are not forgotten!" oder "We continue to campaign for justice in your case. Thinking of you in solidarity and support. Please stay strong!"

Schicken Sie Ihre Nachricht an:
Chiou Ho-shun
c/o Amnesty Taiwan
7F., No. 36, Sec. 3, Bade Rd.
Songshan Dist.
Taipei City 105608
TAIWAN



Saudi-Arabien: Manahel al-Otaibi

Die Fitness-Influencerin und Feministin Manahel al-Otaibi wurde im Januar 2024 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Sie war am 16. November 2022 festgenommen und wegen Verstoßes gegen das Gesetz zur Bekämpfung von Cyberkriminalität angeklagt worden. Der Grund war, dass sie in einem Einkaufszentrum ein Selfie gemacht hatte, das sie ohne Abaya, die traditionelle Kleidung für Frauen in Saudi-Arabien, zeigte. Die horrende Strafe wurde in einem Berufungsverfahren auf fünf Jahre Haft und ein fünfjähriges Reiseverbot herabgesetzt. Manahel al-Otaibi sitzt allein deshalb im Gefängnis, weil sie gegen ein menschenrechtswidriges Gesetz verstoßen hat, dass Frauen und Mädchen ihre Kleidung vorschreibt. Sie muss sofort und bedingungslos freigelassen werden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe oder E-Mails an den saudischen Justizminister und bitten Sie ihn, die sofortige und bedingungslose Freilassung von Manahel al-Otaibi zu veranlassen und ihren Schuldspruch aufzuheben. Fordern Sie ihn zudem auf, sich für die freie Kleiderwahl von Frauen einzusetzen.

Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Minister of Justice Dr. Walid bin Muhammad Al Sama'ani
Riyadh
Postal Code 11472, P.O. Box 7775
SAUDI-ARABIEN

E-Mail: 1950@moj.gov.sa oder minister-office@moj.gov.sa / X: @MojKsa

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft von Saudi-Arabien
Herrn Fahad Hathal T Alhathal, Botschaftsrat
Tiergartenstraße 33-34, 10785 Berlin

Fax: 030 – 889 251 79 / E-Mail: deemb@mofa.gov.sa