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Amnesty International Gruppe Miesbach (1431)

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Gruppe Miesbach (1431)

Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova (Simbabwe)



Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova drohen jeweils bis zu 20 Jahre Haft.

Nachdem die drei Frauen gegen den Umgang der Regierung Simbabwe mit der Coronapandemie und der Hungersnot i
m Land demonstriert hatten, sind sie im Mai 2020 festgenommen, entführt und wahrscheinlich gefoltert worden.

Alle drei Frauen sind Mitglieder der größten Oppositionspartei CCC in Simbabwe: Joanna Mamombe (28) ist die jüngste Abgeordnete im simbabwischen Parlament, Cecillia Chimbiri (33) die Jugendvorsitzende der Partei. Nachdem Joanna, Cecillia und Netsai (27) eine regierungskritische Demonstration in Harare angeführt hatten, nahm die Polizei sie fest. Am gleichen Tag zwang man sie, in ein Auto ohne Kennzeichen einzusteigen. Mit Kapuzen über dem Kopf wurden sie aus der Stadt gebracht, in eine Grube geworfen, geschlagen, sexuell missbraucht und gezwungen, menschliche Exkremente zu essen. Zwei Tage später fand man die drei Frauen schwer misshandelt und in zerrissener Kleidung.

Sie wurden tagelang stationär im Krankenhaus behandelt.

Die simbabwischen Behörden haben bis heute weder das Verschwindenlassen von Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova noch die glaubwürdigen Vorwürfe der drei untersucht. Einige Regierungsmitglieder, unter ihnen der Justizminister, warfen den Frauen vor, ihr Verschwindenlassen frei erfunden zu haben.

Nachdem die Frauen angaben, einige ihrer Peiniger wiederzuerkennen, nahmen die Behörden sie am 10. Juni 2020 erneut fest. Ihnen wird „Anstiftung zu öffentlicher Gewalt und Verletzung des Landfriedens“ vorgeworfen und, dass sie die Foltervorwürfe frei erfunden haben. Am 26. Juni kamen sie auf Kaution frei. Der Prozess gegen die drei Frauen läuft seit Januar 2022.

Am 4. Juli 2023 wurden Joanah Mamombe and Cecillia Chimbiri endlich von dem Vorwurf freigesprochen, falsche Angaben gemacht und ihre Entführung nur vorgetäuscht zu haben. Es sind jedoch nach wie vor Anklagen gegen alle drei Frauen anhängig, die auf mutmaßlichen Verstößen gegen Lockdownvorschriften basieren. Das entsprechende Gerichtsverfahren wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, und die Behörden haben bis heute weder ihr Verschwindenlassen noch die Foltervorwürfe untersucht.

Netsai Marova studiert mittlerweile in Norwegen.